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Schweisshund

Jungjäger

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21

Sonntag, 2. November 2014, 04:17

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

Zitat von »"huckebein"«

i glaube nicht, das tiere verhungern würden, sowas regelt die natur recht schnell


Zum Thema Wild verhungert nicht: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.jagd-aw-kaempf-mit.de/hintergrund.php" onclick="window.open(this.href);return false;">http://www.jagd-aw-kaempf-mit.de/hintergrund.php</a><!-- m -->

Das Fütterungsverbot hat den Hintergrund, dass das Rotwild einer "natürlichen" Selektion zum Opfer fällt und keine Schälschäden verursacht


Wenn du jagst auf grüner Au,
auf Has, auf Hirsch und wilde Sau,
ob als Herr oder als Knecht,
nicht das WER,
das WIE ist waidgerecht.

Knut

Jungjäger mit Waffe

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22

Sonntag, 2. November 2014, 12:08

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

Zitat von »"fape19988"«

Die Verlängerung der Jagdzeit der Böcke find ich jetzt nicht besonders schlimm. Die Begründung: Wenn die Böcke nichts aufhaben, kann ich sie doch auch nicht schießen, macht für mich wenig Sinn.

Das stimmt natürlich.
Daher kann man die Jagdzeitanpassung an die des weiblichen Rehwildes schon als OK ansehen. Wenn man nur über diese zwei Fakten nachdenkt. Dabei wird aber gerne vergessen, dass das weibliche Wild auch nur so eine lange Jagdzeit hat, weil der Forst das gern so wollte. Biologisch sinnvoll wäre ein Schonzeitbeginn ab dem 15. November für alle Hirschartigen. Aber dann ist ja noch Laub auf den Bäumen und man kann nicht so effizient jagen.

Am sinnvollsten wäre eigentlich eine völlig andere gesetzliche Regelung, die nicht allein auf einem Datum beruht. Schalenwild darf zwischen dem 15. Nov und 15. Jan nur an 3-5 organisierten Drückjagden bejagd werden, und die Einzeljagd bleibt in diesem Zeitraum verboten.

Nur ein Beispiel, dass zeigt, wie am eigentlichen, grösseren oder sogar allumfassenden Inhalt vorbei diskutiert wird. Gestritten wird sich um kleine Punkte, ohne dass irgend jemand der Beteiligten einen Schritt zurück geht um das Gesamtbild zu betrachten.

Denn interessanterweise hat niemand, der ein neues Jagdgesetzt puschen will, überhaupt die Perspektive, Sachen richtig anzupacken. Oder die Finger davon zu lassen.
Weil die Motivation die Falsche ist. Niemand der politischen Riege setzt sich hin und denkt "Nach XX Jahren Erfahrung mit dem momentanen Modell haben wir die Erfahrung gemacht, dass Vorgehen YZ eigentlich besser wäre, das sollte man in die Tat umsetzten".
Die Motivation sieht immer ganz anders aus. Die ist eher "Wenn ich mir ein politisches Profil zulegen will und bei meiner Wählerklientel punkten möchte, dann muss ich JETZT ein neues Jagdgesetz durchpeitschen und zeigen, dass ich dazu fähig bin. Meine Kollegen in den anderen Bundesländern haben's ja auch geschafft"
Und wenn die Gründe die falschen sind, kann schon nichts Gescheites dabei rum kommen.

Dann gibt es hier und da Änderungen, Anpassungen, Salamitaktik, diplomatisches Hickhack, Verwässerung sämtlicher Ideen und zum Schluss gibt's ein Jagdgesetzt, dass es nicht brauchte, mit dem keiner der beteiligten oder derjenigen, die glauben, mitreden zu müssen, zufrieden ist, und mit dem nächsten politischen Umschwung geht der ganze Mist von Vorne los.
Dabei sind dann zig Millionen an Steuergeldern in Gehälter, Gutachten, Entwürfe und schlussendlich Gesetzesänderungen geflossen, die schlussendlich weder Fleisch noch Fisch sind. Und damit dann sofort wieder geändert werden müssen, sobald neue Köpfe im Parlament auftauchen. Und so dreht sich die Gesetzesnovellenspirale in immer engeren Kreisen munter weiter bis schlussendlich eine völlig praxisfremde Situation dabei herum kommt, wie man sie in ein paar Nachbarländern beobachten kann.


Zitat von »"huckebein"«

i glaube nicht, das tiere verhungern würden, sowas regelt die natur recht schnell

Das hat die Politikerriege in Rheinland-Pfalz beim Fütterungsverbot vor ein paar Jahren auch gedacht. Als dann die ersten Rehe beim direkt folgenden harschen Winter im Westerwald-Kreis in die Dörfer au der Suche nach Futter kamen und auf den Terrassen verhungert sind (bei uns im Dorf waren es allein 5), war das ein gefundenes Fressen für die Presse. Und die Jadgverbände waren ganz vorne dabei zu schreien "Wir würden ja gerne füttern, aber dürfen nicht."
War widerlich, wie das Leid der Tiere für Politik ausgeschlachtet wurde, hat aber zum Schluss glücklicherweise zum Kippen der völlig hirnamputierten Regelung geführt.

Hätte aber vermieden werden können, wenn man nur auf einen erfahrenen Praktiker gehört hätte, statt sich von einer Schar von naturnahen Schreibtischtätern (d.h. sie können die Natur von ihrem Schreibtisch aus sehen. Jene Natur, in der ihre Katze so putzig wildert) einlullen zu lassen.

Wenn nur einer von 10 in diesen Dingen involvierten Personen kein Idiot wäre, würde so'n Mist nicht passieren. Leider ist die Quote in der modernen Politik eher 1 in 100.
...Doc, ehrlich... Ich war's nicht!

fape19988

Jungjäger

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Sonntag, 2. November 2014, 22:35

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

Zitat von »"Knut"«

Zitat von »"fape19988"«

Die Verlängerung der Jagdzeit der Böcke find ich jetzt nicht besonders schlimm. Die Begründung: Wenn die Böcke nichts aufhaben, kann ich sie doch auch nicht schießen, macht für mich wenig Sinn.

Das stimmt natürlich.
Daher kann man die Jagdzeitanpassung an die des weiblichen Rehwildes schon als OK ansehen. Wenn man nur über diese zwei Fakten nachdenkt. Dabei wird aber gerne vergessen, dass das weibliche Wild auch nur so eine lange Jagdzeit hat, weil der Forst das gern so wollte. Biologisch sinnvoll wäre ein Schonzeitbeginn ab dem 15. November für alle Hirschartigen. Aber dann ist ja noch Laub auf den Bäumen und man kann nicht so effizient jagen.

Am sinnvollsten wäre eigentlich eine völlig andere gesetzliche Regelung, die nicht allein auf einem Datum beruht. Schalenwild darf zwischen dem 15. Nov und 15. Jan nur an 3-5 organisierten Drückjagden bejagd werden, und die Einzeljagd bleibt in diesem Zeitraum verboten.

Nur ein Beispiel, dass zeigt, wie am eigentlichen, grösseren oder sogar allumfassenden Inhalt vorbei diskutiert wird. Gestritten wird sich um kleine Punkte, ohne dass irgend jemand der Beteiligten einen Schritt zurück geht um das Gesamtbild zu betrachten.

Denn interessanterweise hat niemand, der ein neues Jagdgesetzt puschen will, überhaupt die Perspektive, Sachen richtig anzupacken. Oder die Finger davon zu lassen.
Weil die Motivation die Falsche ist. Niemand der politischen Riege setzt sich hin und denkt "Nach XX Jahren Erfahrung mit dem momentanen Modell haben wir die Erfahrung gemacht, dass Vorgehen YZ eigentlich besser wäre, das sollte man in die Tat umsetzten".
Die Motivation sieht immer ganz anders aus. Die ist eher "Wenn ich mir ein politisches Profil zulegen will und bei meiner Wählerklientel punkten möchte, dann muss ich JETZT ein neues Jagdgesetz durchpeitschen und zeigen, dass ich dazu fähig bin. Meine Kollegen in den anderen Bundesländern haben's ja auch geschafft"
Und wenn die Gründe die falschen sind, kann schon nichts Gescheites dabei rum kommen.

Dann gibt es hier und da Änderungen, Anpassungen, Salamitaktik, diplomatisches Hickhack, Verwässerung sämtlicher Ideen und zum Schluss gibt's ein Jagdgesetzt, dass es nicht brauchte, mit dem keiner der beteiligten oder derjenigen, die glauben, mitreden zu müssen, zufrieden ist, und mit dem nächsten politischen Umschwung geht der ganze Mist von Vorne los.
Dabei sind dann zig Millionen an Steuergeldern in Gehälter, Gutachten, Entwürfe und schlussendlich Gesetzesänderungen geflossen, die schlussendlich weder Fleisch noch Fisch sind. Und damit dann sofort wieder geändert werden müssen, sobald neue Köpfe im Parlament auftauchen. Und so dreht sich die Gesetzesnovellenspirale in immer engeren Kreisen munter weiter bis schlussendlich eine völlig praxisfremde Situation dabei herum kommt, wie man sie in ein paar Nachbarländern beobachten kann.


Zitat von »"huckebein"«

i glaube nicht, das tiere verhungern würden, sowas regelt die natur recht schnell

Das hat die Politikerriege in Rheinland-Pfalz beim Fütterungsverbot vor ein paar Jahren auch gedacht. Als dann die ersten Rehe beim direkt folgenden harschen Winter im Westerwald-Kreis in die Dörfer au der Suche nach Futter kamen und auf den Terrassen verhungert sind (bei uns im Dorf waren es allein 5), war das ein gefundenes Fressen für die Presse. Und die Jadgverbände waren ganz vorne dabei zu schreien "Wir würden ja gerne füttern, aber dürfen nicht."
War widerlich, wie das Leid der Tiere für Politik ausgeschlachtet wurde, hat aber zum Schluss glücklicherweise zum Kippen der völlig hirnamputierten Regelung geführt.

Hätte aber vermieden werden können, wenn man nur auf einen erfahrenen Praktiker gehört hätte, statt sich von einer Schar von naturnahen Schreibtischtätern (d.h. sie können die Natur von ihrem Schreibtisch aus sehen. Jene Natur, in der ihre Katze so putzig wildert) einlullen zu lassen.

Wenn nur einer von 10 in diesen Dingen involvierten Personen kein Idiot wäre, würde so'n Mist nicht passieren. Leider ist die Quote in der modernen Politik eher 1 in 100.

Sehr gute Zusammenfassung! Noch zur Jagdzeit: Es kommt immer auf die landschaftlichen Gegebenheiten und die Härte des Winters an. In den Alpen z.B. würde eine Schonzeit ab dem 15. November Sinn machen. Allerdings ist die Bejagung zur Winterzeit die effektivste. In schwierigen Revieren ist es teilweise anderes als durch Kirrungen nicht möglich, den Abschussplan zu erfüllen. Wir haben unseren Abschuss auch meistens bis Anfang Dezember fertig und wenn es harte Winter gibt, steht die Schonung außer Frage, aber bei den letzten Wintern würde ich kein Problem damit haben auch mal ein Kitz im Januar zu schießen. Von mehreren Drückjagden auf Hirschartige bin ich kein Fan. Logisch, Schwarzwild wird bei uns auch durch Drückjagden im Winter, nach Neuschnee, bejagt, allerdings nur im kleinen Kreis durch kleine Dickungsverbände. Die Hirschartigen lassen wir dort meistens in Ruhe. Unnötiger Jagddruck. Und keine Ahnung, ob du bei deinem Satz "Schalenwild darf zwischen dem 15. Nov und 15. Jan nur an 3-5 organisierten Drückjagden bejagd werden, und die Einzeljagd bleibt in diesem Zeitraum verboten." tatsächlich Schalenwild oder nur die Hirschartigen meinst. Der Verbot von der Einzeljagd auf Schwarzwild im Winter hätte verheerende Folgen. Das wäre einfach nur schwachsinnig, weil man die Schweine im Winter am aller effektivsten durch regelmäßiges Ankirren bejagen kann. Aber ich denk mal, du hast Schwarzwild nicht gemeint.
Besuch mich doch auf Youtube: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.youtube.com/user/FapesTheHunterLPs" onclick="window.open(this.href);return false;">http://www.youtube.com/user/FapesTheHunterLPs</a><!-- m -->

Schweisshund

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Montag, 3. November 2014, 16:02

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

@Knut
da kann ich Dir nur zustimmen

Nochmal zum Thema Schonzeit:
Mein Paps hat einen Abschussplan von 50 Stück Rehwild. Was soll ich mit dem ganzen Fleisch machen, wenn ich es z.B. bis Anfang November den Abschuss erfüllen soll. Da ist Schwarzwild noch nicht mit eingerechnet. Da werden ohne die Drückjagd auch mehr als 30 Stück erlegt
Wir erlegen teilweise nur nach Bestellung. Die meisten Bestellung kommen zwischen Oktober/Novermber (Zeit der Strassenfeste) bis zu Silvester. In der Gefriertruhe sind eigentlich mind. 5 Stück küchenfertig zerlegt zu finden. Den Truhebestand probieren wir auf dem Level zu halten. Oftmals werden auch die Stücke als Ganzes bestellt. Wenn das 2 Wochen vorher passiert, dann wird dementsprechend gejagt. Bei meinem letzten Besuch wurden 2 Stück Rehwild als Ganzes von der örtlichen Gaststätte bestellt. Dann setzen wir uns dementprechend auch zu zweit/dritt an verschiedenen Stellen an. Samstags haben mein Paps und ich im Abstand von 30 Minuten jeweils ein Stück erlegt.

Was ich mit dem ganzen Geschreibsel sagen möchte: Jedes Revier hat seine Eigenarten, einen manchmal intensiven Abschussplan. Da ist der 31. Januar ok, nur nicht für Bock. Böcke haben längere Jagdzeit als weibliches Rehwild (Schmalrehe ausgenommen). Daher muss der 15. Oktober bestehen bleiben. Dir Gründe nannte ich ja schon in einem früheren Post


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Montag, 3. November 2014, 16:41

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

Zitat von »"Schweisshund"«

Mein Paps hat einen Abschussplan von 50 Stück Rehwild. Was soll ich mit dem ganzen Fleisch machen, wenn ich es z.B. bis Anfang November den Abschuss erfüllen soll.


Zu unserem Revier:

Wir sollen 11 Stück Rehwild auf á 100ha erlegen. Insgesamt sind es rund 850ha (80 davon befriedet, Gärtnerei), die von 6 Mann bejagt werden. Wir haben wenn man es grob hoch rechnet, von Mai bis Ende Juli und von Anfang September bis Ende Oktober, mit recht hohem Druck das Wild bejagt. Wir hatten am 21.10. den angepeilten Abschuss erreicht. Meiner Meinung nach und der von unseren Begehern und Pächtern, ist das für die Wild die enspannteste Art den Abschuss zu erledigen. Denn so hat das Wild nur wenige Wochen Stress und ab da wieder Ruhe. Vor allem aber, sind wir fertig bevor es das erste mal wirklich kalt wird oder der erste Schnee fällt.

Das die Intervalljagd wie wir sie betreiben, nicht in jedem Revier funktioniert das ist mir klar und weiß wohl jeder. Der Verkauf den du ansprichst ist da eine Sache. Wir arbeiten glücklicherweise mit einem recht großen Wildbrethändler und zwei örtlichen Wirtschaften zusammen, die uns die Stücke immer problemlos abnehmen können. Die andere Sache ist der Arbeitseinsatz und vor allem braucht man eben auch die passenden Leute im Revier die da voll mit ziehen. Wie gesagt es gibt verschiedene Wege nach Rom, wie man das ganze nun angeht, muss jeder für sich wissen.

Schweisshund

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Montag, 3. November 2014, 19:57

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

Zitat von »"Birko"«


Zu unserem Revier:

Wir sollen 11 Stück Rehwild auf á 100ha erlegen. Insgesamt sind es rund 850ha (80 davon befriedet, Gärtnerei), die von 6 Mann bejagt werden. Wir haben wenn man es grob hoch rechnet, von Mai bis Ende Juli und von Anfang September bis Ende Oktober, mit recht hohem Druck das Wild bejagt. Wir hatten am 21.10. den angepeilten Abschuss erreicht. Meiner Meinung nach und der von unseren Begehern und Pächtern, ist das für die Wild die enspannteste Art den Abschuss zu erledigen. Denn so hat das Wild nur wenige Wochen Stress und ab da wieder Ruhe. Vor allem aber, sind wir fertig bevor es das erste mal wirklich kalt wird oder der erste Schnee fällt.

Die Beunruhigung wird nicht wesentlich besser. Spätestens in einem Monat fängt die Kirrerei an. Momentan idealer Mond für Sauenansitz. Wo ist da die Ruhe?
Einigermaßen Ruhe geht nur, wenn Du in einem Teil nur Rehwild bejagst und im anderen nur Sauen. Dann ist im jeden Revierteil über längeren Zeitraum etwas mehr Ruhe.


Zitat von »"Birko"«



Das die Intervalljagd wie wir sie betreiben, nicht in jedem Revier funktioniert das ist mir klar und weiß wohl jeder. Der Verkauf den du ansprichst ist da eine Sache. Wir arbeiten glücklicherweise mit einem recht großen Wildbrethändler und zwei örtlichen Wirtschaften zusammen, die uns die Stücke immer problemlos abnehmen können. Die andere Sache ist der Arbeitseinsatz und vor allem braucht man eben auch die passenden Leute im Revier die da voll mit ziehen. Wie gesagt es gibt verschiedene Wege nach Rom, wie man das ganze nun angeht, muss jeder für sich wissen.

Hier ist die Bevölkerungsdichte gering. Ein Dorf reiht sich an das nächste Dorf. Davon haben die wenigsten Dörfer mehr als 1000 Einwohner. Ergo viel Natur, daurch viele Reviere mit Jäger, dadurch hohes Angebot an Wildbret. Wenn Du in der Nähe einer größeren (Klein)Stadt wohnst, dann bekommst Du Dein Wildbret eher los. Hier ist das nicht so. Bei uns gibt es eine Kneipe. Die nehmen Dir max. 2 bis 3 Rehe und 2 Überläufer ab. Dann aber erst ab September. SW verkaufen wir hauptsächlich als Bratwürste und Salami.
Wir verkaufen unser WIld nicht an Wildbrethändler. Für SW bieten Sie Dir 1 Euro/kg und feilschen wegen jedem Schuß. Hier sind die Rippen etwas mehr zerschossen, dann wollen die "Verbrecher" nur noch 70 Cent geben. Aber der SW-Rücken wird für 30 Euro/kg und mehr im Laden verkauft. Bei Reh bekommst Du 2,50 Euro und da wird der Rücken teilweise für über 50 Euro/kg verkauft. Da frag ich mich, wie blöd die Leute eigentlich sind. Ich verkaufe den Rücken für 20 bis 25 Euro. Ausgebeint kostet er dann 30 Euro. Da werden die Filets aber mitgegeben und nicht wie beim Wildbrethändler seperat angeboten und verkauft. Wie sagte ein Nachbarpächter: Bevor ich einem von diesen gierigen Halsabschneidern nur eine Sau verkaufe, vergrab ich die eher im Revier. Dann hat wenigsten der Fuchs etwas davon.


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Montag, 3. November 2014, 20:09

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

Wartet nur, wenn in paar Jahren alle Vegetarier sind, kann sich der Fuchs noch öfter über vergrabenes Schwarzwild freuen. Wenn dann die Jagd verboten ist freut er sich umso mehr.


Und wenns dann losgeht mit der dichteabhängigen Sterblichkeit durch Nahrungsmangel und Staupe, verreckt der Fuchs.

Dann freuen sich erstmal die Karnickel :-b

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Montag, 3. November 2014, 20:18

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

Zitat von »"Schweisshund"«

Die Beunruhigung wird nicht wesentlich besser. Spätestens in einem Monat fängt die Kirrerei an. Momentan idealer Mond für Sauenansitz. Wo ist da die Ruhe?
Einigermaßen Ruhe geht nur, wenn Du in einem Teil nur Rehwild bejagst und im anderen nur Sauen. Dann ist im jeden Revierteil über längeren Zeitraum etwas mehr Ruhe.


In unserem Revierkern ist immer Ruhe. Da wird auch nicht (mehr) gekirrt. Wir bejagen unser Schwarzwild nur noch am Randgebiet und auf dem Feld, gekirrt wird nur noch an wenigen Stellen im Randgebiet. Im Revierkern ist dementsprechend immer Ruhe, es sei denn wir sind am Rehabschuss o.ä. Dadurch haben wir auch den Schaden im Feld um ein vielfaches gedrückt bekommen.


Zu den Wildbretthändlern: Zahlt uns 3€/kg Sau und 6€/kg Reh. Absolut normaler Straßenpreis bei uns in der Decke.

Schweisshund

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Montag, 3. November 2014, 20:42

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

Zitat von »"Birko"«

Zitat von »"Schweisshund"«

Die Beunruhigung wird nicht wesentlich besser. Spätestens in einem Monat fängt die Kirrerei an. Momentan idealer Mond für Sauenansitz. Wo ist da die Ruhe?
Einigermaßen Ruhe geht nur, wenn Du in einem Teil nur Rehwild bejagst und im anderen nur Sauen. Dann ist im jeden Revierteil über längeren Zeitraum etwas mehr Ruhe.


In unserem Revierkern ist immer Ruhe. Da wird auch nicht (mehr) gekirrt. Wir bejagen unser Schwarzwild nur noch am Randgebiet und auf dem Feld, gekirrt wird nur noch an wenigen Stellen im Randgebiet. Im Revierkern ist dementsprechend immer Ruhe, es sei denn wir sind am Rehabschuss o.ä. Dadurch haben wir auch den Schaden im Feld um ein vielfaches gedrückt bekommen.


Zu den Wildbretthändlern: Zahlt uns 3€/kg Sau und 6€/kg Reh. Absolut normaler Straßenpreis bei uns in der Decke.


Diese Preise verlangen wir beim Privatverkauf und erhalten Sie auch meist. Ne 60kg-Sau verkaufe ich für etwas weniger als nen 30kg-Überläufer.

Bei uns ist das Randgebiet entweder Dorfbeginn oder die Hauptverkehrsstraße. Im Revier selbst finden sich immer Spaziergänger (oft mit Hund), Radfahrer und Reiter mit Pferd. Man glaubt nicht, wo sich morgens um 6 Uhr Leute im Wald aufhalten. Also nix mit Ruhe. Sauen kannst Du nur an Kirrungen bejagen, alles andere ist ein Zufallsprodukt. Wir legen auch nur wenige Kirrungen an, damit sich die Rotten nicht im ganzen Revier verteilen.

Ich mach mal ein Screenshot mit googleearth und markiere die Grenzen. Dann siehst Du die einzelnen "Problemzonen"


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nicht das WER,
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huckebein

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Montag, 3. November 2014, 22:45

Re: Landesjagdgesetz NRW Diskussion

wenn ich an das wetter hier am WE denke und wo ich da überall wandersleute gesehen habe frage ich mich ernsthaft, was mehr unruhe bringt... ne jagd von 3 stunden oder 2tage nonstopp leute mit hunden, kindern, fahrrädern motoxern und sonstwas

denen verbietet niemand was, tendenziell ja auh richtig aber irgendwie insich schon wieder hirnverbrannt

mit dem verhungern war von meiner seite eigentlich hauptsächlich in die richtung gedacht, wenn es dazu kommt gibt es zuviel wild. früher waren die winter wesentlich härter und trotzdem gabs im frühjar genügend wild. die wurden aber über die sommer nicht durch mastfelder 8wenn ihs so nennen darf) ala mais und raps hochgezüchtet
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