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Birko

Wachhund

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Freitag, 20. Januar 2017, 16:15

Community Spotlight: Bogenschießen und wie man einen Bogen mit InstinctiveArcher baut

Übersetzt von sachsi!!

Zitat von »"Stefan Hoischer"«


Hallo Jäger,

Willkommmen zum zweiten Teil des Community Spotlight mit Trenton, auch bekannt als InstinctiveArcher, der uns heute zeigt, wie man einen Bogen mit Kratzen bauen kann. Falls ihr den ersten Teil verpasst habt, könnt ihr ihn hier nachlesen.

Jetzt gebe ich ab an Trenton, damit er uns zeigt, wie es gemacht wird!


In diesem Tutorial werde ich einen laminierten Fiberglasrecurvebogen bauen. Ich werde versuchen es so genau wie möglich zu beschreiben und zu jedem Schritt Bilder einfügen, um genau zu zeigen wie es geht. Natürlich kann ich nicht jedes kleinste Ding berücksichtigen, aber das allerwichtigste wird erwähnt werden.

Viel Spaß!

Schritt 1:

Als erstes bei einem laminierten Bogen müssen wir den Griff bauen, auch Steg genannt. Es ist auf jeden Fall wichtig, den Steg quadratisch und glatt zu machen, damit beim kleben keine Lücken entstehen. Für diesen Bogen habe ich Holz aus brasilianischem Teak, Ahorn und Mahagoni gewählt. Diese Holzkombination sieht nicht nur gut aus, denn da Teak ein schweres Holz ist, wird es ein wenig den Handschock absorbieren, was den Bogen sonst etwas unkomfortabel zu schießen machen würde.



Schritt 2:

Der zweite Schritt ist das verkleben des ganzen Bogens und ihn in Form zu bringen. Meine Laminierung besteht aus zwei Streifen Fiberglas und zwei Holzfunieren aus Bocote. Zwei der Laminierungen sind die Parallelen, die über die gesamte Länge gleich dick sein sollten. Zwei weitere sind die Verjünger, da sie sich sich pro Inch Länge (2,54cm) um 1/1000 Inch Stärke verjüngen. Bevor ich alles zusammenklebe, lege ich den unteren Teil der Form mit Frischhaltefolie aus, damit hinterher nichts mit der Form zusammenhängen bleibt. Auch den oberen Teil der Form lege ich mit Frischhaltefolie aus, damit nichts an der am Pressstückmund der oberen Hälfte zusammen klebt. Das Epoxid, das ich verwende, ist speziell für den Bogenbau gedacht und heißt "Smooth-On". Ich bestreiche damit alle Oberflächen und lege sie dann in meine Form. Zwischen die Laminierung und den oberen Teil der Form lege ich jetzt ein Pressstück. Nachdem das geschehen ist, übe ich einen Druck von etwa 60 psi aus. Dieser presst alles so gut zusammen, dass keine Luftblasen oder Stellen ohne Kleber entstehen.



Schritt 3:

Wenn der Bogen dann aus der Form genommen wird, ist er voller Epoxid und Küchenrolle. Die gröbsten Stücke versuche ich mit Hammer und Meißel zu entfernen, dabei muss man aber extrem vorsichtig sein, da man mit dem Meißel eine Menge Schaden anrichten kann. Danach bearbeite ich den Bogen mit dem
Bandschleifer, bis alles weg ist. Dabei ist es ganz wichtig, dass alle Ränder parallel bleiben, und wenn man nicht gleich alles weg bekommt, ist das auch nicht so schlimm. Das meiste das Epoxids wird später noch entfernt.



Schritt 4:

Wenn ich den Bogen fertig gereinigt habe, nutze ich eine Schablone, um die Form der Verjünger anzureißen. Dazu lege ich eine Lage aus Klebeband über das Fiberglas, um besser zeichnen zu können. Dann gehe ich mit dem Bogen zur Bandsäge und säge die Form vorsichtig aus, dabei sollte man immer etwas Material über lassen, um eventuelle Fehler ausgleichen zu können. Beim Sägen von Fiberglas mit einer Bandsäge wird man einige Sägebänder brauchen. Nachdem der Bogen grob ausgesägt wurde, gehe ich wieder an den Bandschleifer und schleife bis an due Linien heran.



Schritt 5:

Nachdem das alles geschafft ist, leime ich die sogenannten "Steigerüberlagerungen" an. Das erlaubt mir, den Steiger besser zu bearbeiten. Dann nehme ich eine Runde Feile und feile die Aussparungen für die Sehne aus. Dann kann ich eine Sehne in den Bogen einhängen und prüfen wie er sich biegt. Das nennt sich Tillering und ist vermutlich der wichtigste Schritt beim Bogenbau. Es ist sehr wichtig, dass die Arme sich gleichmäßig biegen, da sonst die Gefahr besteht, dass einer mehr als der andere belastet wird und dann bricht. Das lässt sich aber einstellen, indem man am stärkeren Arm etwas abschleift. Tillering ist bei einem Recurvebogen schwieriger als bei einem Langbogen, aber mit ein wenig Übung wird es immer einfacher. Ich lasse meistens einem Arm etwas steifer und bezeichne diesen dann als den unteren Arm.



Schritt 6:

Nach dem Tillering streiche ich etwas Phenol auf die Spitzen der Arme. Das verstärkt die Spitzeni mmer, wenn mit dem Bogen geschossen wird. Das ist besonders wichtig, wenn ihr vorhabt, eine schnell schießende Sehne zu benutzen, da diese sich weniger dehnt und beim Schießen weniger verzeiht. Da jedes mal sehr viel Kraft beim Schießen mit so einer Sehne aufkommt, kann es passieren, dass die Spitzen abbrechen. Ich nutze diese generell eher selten, da ich festgestellt habe, dass ich damit nur etwa 5 - 6 fps mehr raushole. Nach dem Kleben der Spitzen gehe ich mit Raspel und Sandpapier ran, um sie in Gorm zu bringen.



Schritt 7:

Wenn die Spitzen fertig sind, gehe ich wieder an die Bandsäge und säge grob die Griffform, das Sichtfenster und grob die ungefähre Form, die der Griff haben soll, aus. Danach liegt alles an Raspel, Sandpapier und Ellenbogenschmalz. Dieser Teil des Bogenbaus dauert eine Weile, da der Griff genau zu meiner Hand passen soll. Genauso oft spanne ich den Bogen, markiere mit einem Stift die Stellen am Griff, die sich für mich unschön anfühlen und bearbeite sie bis sie die Form haben, die mir gefällt. Ein Bogen mit unkomfortablem Griff bereitet beim Schießen einfach keine Freude.



Schritt 8:

Das Ende ist in Sicht. Alles entspricht meiner Vorstellung, der Bogen ist getillerd, die Arme sind gleichmäßig und der Griff hat die perfekte Form. Was noch zu tun ist, ist dem Bogen ein Finish zu verpassen. Dieses muss unbedingt flexibel sein. Wenn ihr ein Finish verwendet, dass nicht flexibel ist, wie zum Beispiel Lack, wird dieses jedes Mal, wenn der Bogen gespannt wird, ein bisschen abplatzen. Einige Leute benutzen dafür Beize, ich bevorzuge einen natürlichen Look. Ich benutze Polyurethan, da es wasserfest ist und den Bogen draußen vor Dellen und Kratzern schützt. Und außderdem, falls das nötig sein sollte, lässt es sich mit Sandpapier entfernen, der Bogen kann bearbeitet werden und man kann es neu drauf sprühen. Auf dem Griff trage ich meistens 4 Schichten Finish auf, auf die Arme 2. Zwischen jeder Schicht raue ich diese mit 600er Sandpapier an.



Schritt 9:

Jetzt ist der Bogen fertig. Auf 28 Inch gezogen schafft er 75 Pfund. Da ich ihn auf 29 Inch ziehe, erreicht er knapp 78 Pfund. Was mit einem Haufen Rohmaterial begann, wurde zu einer wunderschönen und tödlichen Jagdwaffe. Ich habe versucht, den Entstehungsprozess so gut wie möglich zu erklären, bin aber längst kein Experte. Es ist wirklich nicht zu schwer und ich empfehle jedem, es zu versuchen, wenn er die Möglichkeit dazu hat. Ich höre oft Leute sagen: "Wow, das möchte ich eines Tages auch mal machen!" Wartet nicht auf eines Tages, macht es einfach.



Trenton arbeitet bereits an seinem nächsten Projekt, einem Deflex/Reflex-Langbogen, was sehr spannend werden wird.



Danke an Trenton, dass er uns seine tollen Handwerkskünste in diesem Tutorial zur Verfügung gestellt hat. Falls ihr Fragen dazu habt, oder Trenton einfach ein paar nette Worte hinterlassen wollt, könnt ihr das in diesem Thread im offiziellen theHunter-Forum tun.

Viele Grüße,


Stefan



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M9Chris, Szliserine

Tarik1

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Freitag, 20. Januar 2017, 17:41

Der Mann hat ja handwerkliches Geschick! Alle Achtung für seine sehr gute Arbeit.
Gruß Tarik1


M9Chris

Obereber

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Samstag, 21. Januar 2017, 01:28

Super Leistung, danke dir sachsi.

LaneyMunroe

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Sonntag, 22. Januar 2017, 00:16

Dankeschön sachsi @-}--
"Als ich eine Hand suchte,fand ich eine Pfote"....Danke Jungs das es euch gibt :love:

Szliserine

Jungjäger mit Waffe

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5

Mittwoch, 25. Januar 2017, 17:54

Sachsi, besten Dank! :thumbup:

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