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Brusian

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Samstag, 9. April 2016, 13:39

Fasanenjagd in England von Dave Carrie

Ich bin beim Ansehen von Youtube-Jagdvideos auf Fasanenjagd-Viedoes von Dave Carrie gestoßen. Hier ist ein Link zu einem der Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=OdBVAKwgnyU

Frage:
In dem Video sind Unmassen an Fasanen zu sehen und wenn es in Großbritannien solche Riesenbestände an Fasanen geben sollte, dann wäre es ja sehr schön.
Ich habe aber eher das mulmige Gefühl, daß hier eine oder mehrere Geflügelfarmen sich ihrer gesamten Fasanenbestände auf einen Schlag gegen sehr, sehr viel Geld entledigt haben.
An die Jäger im realen Leben: Wieviel waidmännische Hege und Jagd könnte in diesen dargestellten Videos stecken?
Ich kann das als Laie nicht so richtig beurteilen, habe aber ein ganz schlechtes Gefühl.
Meine englischen Sprachkenntnisse sind auch zu grottenschlecht, als daß ich vernünftige Informationen dem Gesprochenen entnehmen kann.
Ich habe absolut nichts gegen einen leckeren Fasanenbraten von Tieren, die über lange Zeit in Freiheit leben, sich fortpflanzen konnten und dann mit der Schrotflinte erlegt werden.
Kann da jemand helfen?

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Sonntag, 10. April 2016, 09:24

Hallo Brusian, wie du ja weißt, bin ich kein echter Jäger. Ich habe mich aber kundig gemacht und versucht mit Logik und Sachverstand meine Schlüsse aus dem Artikel zu ziehen.
Fieldsports | Warter Priory - Yorkshire | UK Shoots | Shoot Reviews
Also wenn ich das richtig verstanden habe, ist Warter Priory in einem riesigen (14.000 Morgen, bzw. 35.000.000m²) Agrarwirtschaftlich genutztem Gebiet in der Grafschaft Yorkshire gelegen, wo hauptsächlich Getreide angebaut wird. Dessen Deckung und dazu laufende Aufzuchtprogramme machen solche immensen Zahlen an Vögeln wohl erst möglich. Hauptsächlich gibts da Fasane, Rebhühner und Hasen. So wie ich es verstanden habe, ist dort auch nicht jeden Tag so eine Action wie in dem Film, sondern nur an wenigen Tagen im Jahr, was das Event unter Jägern so begehrt macht. (Anmerkung des Interpreten: Man betrachte nur die Kleidung und Ausrüstung der Jäger. Das hat einen Haufen Geld gekostet.) Das kommt nicht von Ungefähr. Für die Briten ist das ein ernstzunehmender Sport (Fieldsport), der Regeln unterliegt. Also das ist schon alles waidgerecht. Es wird mit zulässigen Flinten und Vogeldunst auf eine wenn auch menschengemachte überpopulation gejagt. Vergleichbar mit einem Angler, der an den Forellenteich geht. Beeindruckend ist es aber allemal.

Brusian

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Sonntag, 10. April 2016, 10:02

Ok vielen Dank für die Info, es ist also alles im grünen Bereich. Gut, gegen solche Fasanenbraten habe ich auch nichts einzuwenden.
Die vielen Fasane werden auf angrenzenden Feldern von Treiberkolonnen aufgescheucht worden sein.
Und wenn dann reiche Leute ihr zuvieles Geld auf diese Art loswerden, finde ich das auch ok.
Ich hatte mal ein Video von Tierschützern aus Österreich gesehen.
Die warfen den Jägern dort vor Ort vor, daß Fasane ausgesetzt und anschließend gleich wieder abgeknallt worden sein sollen.
Wobei ich die Angaben solcher "Tierschützer" mit allergrößter Vorsicht genieße.

Gusa

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Donnerstag, 23. November 2017, 10:57

Solche Strecken waren in bestimmten Regionen auch hier in Deutschland möglich.
Ich hatte das Glück als Jungjäger in den 80ern hier in der südlichen Rheinebene Zugang zu solch einem Revier zu haben.
Als Hundeführer mit einem DK. An den herbstlichen Jagden waren an guten Tagen 400 Stück Wild auf dem Wagen.

Voraussetzung war/ist natürlich ein entsprechendes Biotop und intensive Raubzeugbejagung. Schwarzwild wurde ebenfalls intensivst bejagt.
Die Fasane wurden vom Trieb vor Jagdbeginn konzentriert. Großflächig Gräben und Hecken abgetrieben.
Bei der Jagd wurden die Vögel für einen hohen Anflug von Weitem gegen hohen Bewuchs getrieben. (Wald, Pappelreihen etc.)
Manchmal wurde ca. 200m vor den Schützen Treiber mit roten Fahnen postiert um den Anflug zum Steigen zu bringen.

Diese Zeiten sind allerdings heute schon lange vorbei. Zersiedelung der Landschaft, Intensivierung der Landwirtschaft mit entsprechendem Maschineneinsatz
Freizeitnutzung und Bevölkerungsdichte etc. hatten keinen guten Einfluss.

In England und Frankreich sind diese Voraussetzungen teils noch vorhanden.

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Donnerstag, 23. November 2017, 11:12

Danke, das war interessant! Bei uns im Odenwald sind Wiederansiedlungsversuche gescheitert, da wir zu viel Raubzeug haben. Auch geschützte Arten wie der Waldkautz sind darunter. Das, und relativ wenig Unterholz machen es dem Fasan zu schwer Fuß zu fassen. Leider.

Gusa

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Donnerstag, 23. November 2017, 11:59

Die Voraussetzungen in England sind da sehr viel besser.
Erstens andere Lobby, dann werden Ackerrandstreifen naturbelassen. Eine intensive Flurbereinigung gab es dort nicht.
Feldraine und Hecken wurden nicht gesäubert/entfernt.

Das Revier (zusammengefasste Teilreviere) umfasste ursprünglich ca. 4500 ha. Wurde im Lauf der Jahre immer verkleinert.
Jede Saison registrierte man hier eine neue Straße, die Ausweitung eines Baugebietes oder ein neues Gewerbegebiet.

Es gab einen Berufsjäger und solche Jagden mit großer Strecke fanden ca. 5 Stück/Saison statt.
Am schönsten waren immer die kleineren Jagden unter uns Hundeführern zu Beginn der Saison zum Einjagen der Hunde
und um den Bestand zu sichten. Da war auch ab und an eine Einzeljagd auf 2 oder 3 Hähne alleine nur mit dem Hund Vorstehhund machbar.

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